Renkenfischen mit dem Schwimmer

Renkenfischen mit dem Schwimmer ist eine sehr kurzweilige Angelart, da sich Renken bei dieser speziellen Methode selbst haken. Man sitzt gemütlich im Boot, fachsimpelt mit Freunden über die Fischerei, Gott und die Welt, und beobachtet mit einem  Auge die Bewegungen des Renkenschwimmers. Aber auch hier muss man vor dem Fang seine Hausaufgaben erledigen. Ein ausgewogenes Gerät ist besonders beim Schwimmerfischen wichtig. Man braucht sich nur vorstellen, ein Riesenschwimmer kombiniert mit einem 40 gr. Blei und das weiche Maul der Renken das unseren Haken sehr leicht ausschlitzen lässt. Da fällt einem die Wahl der richtigen Rute nicht leicht und manche Renkenangler brauchen Jahre bis sie die richtige Rute im Einsatz haben.
 
Renkenfischer am Ufer des Attersees
 

Die Wahl der richtigen Rute

Bei der Wahl der richtigen Rute sollte man 2 Dinge beachten. Angelt man vom Ufer oder vom Boot aus? Die Uferangelei verlangt eine Rute mit entsprechendem Rückgrad um die zum Teil in einiger Entfernung liegenden Fangzonen (Kante) zu erreichen. Eine 3,30 - 3,60  m lange Rute mit einem Wurfgewicht von 40 gr. und einer weichen Spitze hat sich als, für Boot und Ufer, ideal erwiesen. Mit dieser Rutenlänge muss man in einem Ruderboot allerdings erst umgehen können. Doch da ja Übung den Meister macht, ist das für einen Renkenangler sicher kein Problem. Die Vorteile der längeren Rute liegen auf der Hand. Man kann die Renke mit mehr Gefühl drillen, besser ans Boot führen und vom Anker fernhalten. Da sich sehr viele Renken besonders in Bootsnähe äußerst kämpferisch geben und die Angewohnheit haben noch eine Ehrenrunde zu schwimmen, ist eine lange Rute unumgänglich um die Renke von der Ankerleine fernzuhalten. Die Geschichten von langen Renkendrills die in der Ankerleine enden sind schon Legende, und so manche hochkapitale Renke konnte so Ihre Freiheit wiedergewinnen.

 

Aktion A: Zu hartes Rückgrad, man kann die starken Rucke wenn die Renke den Kopf schüttelt nicht abfedern und die Renke schlitzt aus.
Aktion B: Ideale Parabolik. Sehr gute Wurfeigenschaften und in der Spitze die Weichheit um das bekannte Rucken der Renken abzufedern. Allroundrute für Boot und Ufer.
Aktion C: Weiche Parabolik. Sehr gut vom Boot zu fischen. Wurfweiten eher gering.
Aktion D: Durchgehend Parabolik. Wegen Verwendung eines 30 - 40 gr. Bleies eher zu weich und geringe Wurfweiten.
 
 

Die Hauptschnur und Ihre Eigenschaften.

Ein sehr wichtiger Bestandteil unserer Schwimmermontage ist natürlich die Hauptschnur. Die Hauptschnur sollte wegen der hohen Beanspruchung etwas stärker gewählt werden. Da die Hauptschnur aber locker durch die lange Schnurführung eines Renkenschwimmers laufen muss, darf sie auf gar keinen Fall kringeln. Sie würde sich sonst um die Spitze des Schwimmers drehen und man muss die Schnur jedes Mal strecken um die Hegene auf Tiefe zu bringen. Das gilt auch für Schwimmer mit einer unter Wasser liegenden Einhängeöse. Da Renkenschwimmer oft dazu neigen sich in die Hauptschnur einzuwickeln, sollte man nach dem Stopperknoten die ersten Meter der Hauptschnur etwas einfetten. Dadurch schwimmt die Schnur und sinkt nicht in Richtung Schwimmer. Gegen das Durchrutschen des Stopperknotens in den Schwimmer wird eine kleine Schnurperle aufgefädelt. Zusätzlich die Schnur ab und zu etwas strecken schadet auch nicht und oft hat man durch die Schwimmerbewegung genau beim Schnurstrecken einen Renkenbiss. Dieser Stopperknoten ist ein wichtiger Bestandteil unserer Montage und sollte aus einem textilen oder monofilen Faden bestehen. Die Hauptschnur würde sonst durch das oftmalige Tiefenverstellen aufgeraut werden. Man muss darauf achten das dieser Knoten immer am unteren Spulenrand sitzt, da sich sonst beim Wurf die Schnur aufhängt und die Hegene abreißt. Anleitungen für diesen Knoten findet man in jeder Knotentabelle. Der Renkenschwimmer sollte eine Tragkraft von 40 gr haben und besteht aus Hartschaum oder Styropor. Wir fertigen unsere Schwimmer (Renkenbombe) aus Styropor und versehen sie mit einer weithin sichtbaren Leuchtfarbe. Eine lange Antenne (20 - 30 cm) ist auf Grund Ihrer besseren Sichtigkeit von Vorteil.
 

Der Renkenschwimmer und seine Eigenschaften.

Der Neuling wird sich fragen? Zartes Renkenmaul und Riesenschwimmer, wie passt das zusammen. Die Ursache dieser gegensätzlichen Umstände liegt im Beißverhalten der Coregonen. Renken haben die Angewohnheit nach einem Biss nach oben zu flüchten. Verursacht wird diese Flucht nach oben von unserem Hegenenblei, da die Renke im ersten Reflex gegen den Zug, also gegen unser Blei schwimmt. Baut man sich einen Renkenschwimmer selbst, so sollte man ein paar  grundlegende Dinge beachten. Der Renkenschwimmer muss eine Tragkraft von mind. 40 gr. haben und für den Angler sehr gut zu sehen sein. Besonders bei Gegenlicht oder anderen schlechten Lichtverhältnissen ist ein gut zu erkennender Schwimmer oft entscheidend über Fang oder Misserfolg. Eine weithin sichtbare Leuchtfarbe und eine lange Antenne (20 - 30 cm) sind daher wichtige Details eines Renkenschwimmers. Hier sind der Phantasie beim Basteln keine Grenzen gesetzt. Auch bei der Größe und Form der Schwimmerkugel muss man sich an gewisse Regeln handeln. Als Regel gilt, je flacher die Wasseroberfläche, desto größer die Kugel. Der Grund dafür liegt im Spiel unserer Nymphen, die ja langsam auf und ab bewegt werden sollen und durch das leichte Schaukeln beim geringen Wellengang  genau dieses Spiel bekommen. Sind die Wellen aber größer, werden die Nymphen durch einen zu großen Schwimmer eher ruckartig auf und ab bewegt. Jetzt kann man als Alternative eine kleinere Kugel wählen, die das schnelle Auf und Ab der Wellen schluckt und unseren Nymphen wieder das verführerische Spiel verleiht. Bei einem Biss verliert die Hauptschnur durch das Anheben des Bleies die Spannung und unser Schwimmer fällt um. Der Anblick eines liegenden Renkenschwimmer lässt das Adrenalin steigen und macht einen Großteil der Faszination des Renkenfischens aus.
 
 
 

1. 

Schwimmerfischen vom Boot
Das Renkenfischen mit dem Schwimmer ist eine sehr erfolgreiche Alternative zum Zupfangeln. Wir wenden es in erster Linie dann an, wenn die Renken flach stehen und durch das Boot eine Scheuchwirkung besteht. Auch bei starkem Wellengang sollte man den Schwimmer verwenden, da durch das ständige auf und ab ein Zupfen schwer möglich ist. Den Schwimmer muß man immer den Windverhältnissen anpassen. 

Faustregel für Renkenschwimmer

Starker Wind Versunkener Schwimmer  Tragkraft unter 40 gr.
Schwach windig oder Windstill Schwimmer Tragkraft 40 - 50 gr. je nach Blei

!! ACHTUNG !!

Beim Renkenfischen mit der Renkenbombe kann auf einen Anhieb verzichtet werden da sich die Renken durch das hohe Bleigewicht selbst haken. Bei einem Biss wird nur gefühlvoll Schnur aufgenommen und die Renke unter ständigem nicht zu starkem Zug gedrillt.

1.1

Schwimmerfischen vom Boot mit Hegene am Grund
Bei ablandigem Wind, wenn man den Wind  im Rücken hat, wirft man die Hegene weit in den See hinaus und kurbelt sie wieder solange heran bis der Schwimmer schräg steht. Wenn der Schwimmer liegt macht das aber auch nichts, nur muss man ihn dann genauer beobachten um den Biss zu erkennen. Durch das hohe Bleigewicht (ca. 40 gr.) hakt sich die Renke selbst und es muss kein Anhieb mehr erfolgen. Mit einem gefühlvollem Drill und einer weichen Bremseinstellung führen wir die Renke ans Boot. Beim Keschern sollte man sitzen bleiben. Erstens kann man im Eifer des Gefechts leicht das Übergewicht verlieren und zweitens kann man die Renke durch unser Aufstehen zu einer letzten Flucht motivieren und wir haben das Nachsehen.
   
1.2

Schwimmerfischen vom Boot über Grund

Da Renken nicht immer nur am Grund ziehen sondern durchaus auch höhere Wasserschichten auf der Suche nach Nahrung durchkämmen, sollte man es auch einmal 1 - 2 m höher probieren. Zu diesem Zweck lässt man den Schwimmer am Boot und senkt die Hegene durch Verschieben des Stopperknotens auf den Grund. Dann zieht man den Stopperknoten um 1 - 2 Meter wieder Richtung Hegene. Diese Prozedur wiederholt man solange, bis man die Renkentiefe findet.

   
   
 
   
  Aufrecht tanzt der Schwimmer über den Wellen und lässt unsere Nymphen in der Tiefe aufreizend spielen.
   
 
  Ein magischer Moment. Dieses Bild fasziniert immer wieder tausende Renkenangler.
  Endlich hat es geklappt. Eine Renke hat die Nymphe genommen und schwimmt gegen den Zug des Bleies in die Höhe und lässt den Schwimmer flach an der Wasseroberfläche treiben. Da sich die Renke ja schon selbst gehakt hat, können wir auf einen Anhieb verzichten und gefühlvoll Kontakt aufnehmen.
   
 
Video 8,5 MB Renke im Drill
   
1.3

Schwimmerfischen mit dem Sinker

Der optimale Anwendungsbereich des Sinkers sind Seen wo sich die Renken bevorzugt in Grundnähe aufhalten. Man erspart sich das ständige Stopperknoten verschieben, schont dadurch die Hauptschnur, und die Hegene ist immer gestreckt in Grundnähe. Da an manchen Seen (Weißensee) auch stark drehender Wind vorkommt, ist der Sinker von Vorteil, da er nicht umhertreibt sondern dort bleibt wo man ihn haben will. Es gibt Situationen beim Renkenangeln da beißen Renken nur an gewissen Stellen und da ist es schon gut wenn der Schwimmer nicht immer wegtreibt. Sicher, man kann seinen Schwimmer auch umlegen dann ist die Hegene auch am Grund oder man kann ihn genau einstellen so das er schräg steht. Aber wenn wir etwas tiefer fischen wollen, muss man schon wieder den Stopperknoten verschieben. Hier findet der Sinker seine Anwendung. Eingestellt wird der Sinker auf ca. 1-2 m unter der Wasseroberfläche.

   
TIPP !!

Der Sinker ist optimal bei starkem Wellengang da er durch sein Sinken die Wellen umgeht und nur von der Strömung hin und her gezogen wird. Mit dieser Methode sind oft Traumfänge möglich.

   

2.

Schwimmerfischen vom Ufer

Die Uferangelei mit der Renkenbombe ist schnell erklärt, da der Bereich den wir Abfischen, relativ klein ist. Man wirft seine Montage aus und zieht sie langsam Richtung Ufer bis man Grundberührung hat. Wenn der Schwimmer leicht schräg steht und bei kleinen Wellen umfällt, haben wir die richtige Einstellung. Den Renkenbiss erkennt man wenn der Schwimmer liegen bleibt oder abzieht. Auch hier muss man erst die richtige Tiefe erwischen. Bei ablandigem Wind den Schwimmer flach legen und durch die Strömung wird die Hegene seewärts gespannt und die Nymphen spielen verführerisch über dem Grund. Bei auflandigem Wind funktioniert das Ganze umgekehrt. Wenn die Renken höher stehen stellt man den Stopperknoten einfach 1 - 2 m höher. Ein Anhieb ist nicht notwendig, da sich die Renken durch das hohe Bleigewicht selbst haken.
   

2.1

Sinkerfischen vom Ufer

Die Vorteile des Sinkers beim Uferangel sind seine guten Wurfeigenschaften kombiniert mit seinem Absinken bei einem Bleigewicht von 40 gr. Da sich die Hegene am Grund befindet, sind unsere Nymphen meistens im Blickfeld der am Ufer entlang ziehenden Renken. Man stellt die Rute in einem steilen Winkel auf und spannt die Schnur so, dass man an der Rutenspitze den Biss erkennt. Bei einem Biss wird die gespannte Schnur locker und der Sinker schießt aus dem Wasser. In der Regel bleibt er an der Wasseroberfläche liegen, außer es handelt sich um einen Barsch oder einen anderen Fisch. Auch vom Ufer ist ein gefühlvoller Drill gefragt wobei man die Rute hochhalten sollte um ein Einhängen der Hegene am Grund zu vermeiden. Ideal sind Ruten ab 3.30 m mit einem Wurfgewicht ab 40 gr.
 
 

Dieser Schwimmer hat 40 cm Länge und ist optimal bei starkem Wellengang