Bestimmung der Coregonen

 

Wir möchten Euch hier keinen wissenschaftliche Vortrag halten, sondern in kurzen Worten erklären was es mit unseren Renken auf sich hat. Da es unzählige lokale Arten der Renken gibt und um bei dieser Artenvielfalt nicht die Orientierung zu verlieren unterscheiden wir zwei Hauptgruppen. Die Schwebrenke und die für uns interessante Bodenrenke. Da sich die Schwebrenke von kleinsten Organismen (Plankton) ernährt und die Bodenrenke auch größere Nahrung zu sich nimmt (Nymphen, Fischbrut) unterscheidet man sie am leichtesten durch den Kiemenreusenapparat. Der interessierte Sportangler kann also an Hand der Anzahl der Kiemenreusendornen Schweb - od. Bodenrenken unterscheiden.

 

Folgende Grafiken und Bilder sollen Euch die Bestimmung erleichtern.

Wie in der Grafik erkennbar sind die Kiemenreusendornen bei den Planktonfressern länger und dichter gereiht um das Plankton herauszufiltern. 
 
Um die Kiemenreusendornen noch anschaulicher erklären zu können, haben wir hier ein Originalbild eingefügt.
Deutlich sieht man die an der Innenseite des Kiemenbogens befindlichen Kiemenreusendornen. Mit den drei beidseitig  übereinander liegenden Kiemenbögen filtriert die Renke das Wasser, Zooplankton bleibt in den Reusendornen hängen und wird durch den Schlund in den Magen befördert. Natürlich bleiben auch Zuckmückenpuppen in diesen Dornen hängen und es ist erwiesen, das Renken gezielt Nymphen aus einer Masse aufsteigender Puppen herauspicken.
 
Diese grünliche Planktonmasse, und vereinzelt Zuckmückenpuppen, stammt aus dem Magensack einer Oktoberrenke. Gefangen wurde der Fisch in 18 m Tiefe bei einer Wassertemperatur von 9 Grad. Typischer Mageninhalt für Herbstrenken wenn sie sich schön langsam wieder auf Nymphen umstellen. Der Mageninhalt dieses Fisches besteht zu 90% aus Zooplankton und 10% Zuckmückenpuppen. Mit ca. 20 - 25 Kiemenreusendornen gehört diese Reinanke eigentlich zu den Grobtierfressern unter den Coregonen. Um das Nahrungsangebot eines Sees optimal zu nützen, stellen sich Reinanken aber sehr gut auf Ihre Umgebung ein. Wenn genügend Plankton vorhanden ist, wird sich die Renke auch vorwiegend  davon ernähren und Mückenlarven oder Puppen nur zu deren Schlupfzeiten nehmen. Besonders im Frühjahr, wenn weniger Plankton im See ist, nehmen die Renken bevorzugt Nymphen und die Renkenangler haben jetzt ihre Hochsaison. Der Mageninhalt der im Frühjahr gefangenen Renken ist jetzt zu fast 100% mit Mückenlarven gefüllt. Wenn der See sich langsam erwärmt, kann man sehr gut mitverfolgen, wie sich die Renken wieder ihrer Hauptnahrung zuwenden und Nymphen nur noch zu bestimmten Zeiten nehmen. Es gibt Seen, da sind diese Fische über den Sommer hin kaum noch zu fangen. Erst im September, wenn sich der See wieder abkühlt, beginnen die Renken wieder Nymphen zu nehmen. Dieses Verhalten der Renken kann man aber wieder nur als Richtlinie sehen und jeder Angler sollte seine eigenen Erfahrungen an seinem Gewässer machen.
 
Typische Herbstrenke (Rogner)
 

Wenn es sich bei den Renken also um Grobtierfresser mit ca. 25 Kiemenreusendornen handelt, sind die Renken in unserem See fangbar und einer gezielten Fischerei steht nichts mehr im Wege.